Kyokushin Masters Ijlst 

Das erste Mal, seitdem jemand aus unserem Verein an einer Kyokushin Gala teilgenommen hat. Die Gala fand in Ijlst statt, einer kleinen Gemeinde mit ca. 3100 Einwohnern. Alle anderen Kämpfer, bis auf unseren Freund Eltaj Humbatov aus Lippstadt und Mehdis Coach Sensei Evgeny Bartolomey aus Saarlouis
kamen aus den Niederlanden.
Und jeder, der sich etwas mit Vollkontakt Kampfsport auskennt, weiß, dass viele sehr gute und Weltmeister aus den Niederlanden stammen.
 

Viele kennen Rico Verhoeven amtierender Weltmeister im K1 Kickboxen oder auch Semmy Schilt, der viel lehrt und vor 20 Jahren sehr aktiv an den K1 Grand Prix teilgenommen hat und mehrere Jahre davon gewonnen hat. Semmy Schilt war sogar vor Ort, um sich die spektakulären Kämpfe anzuschauen.
Es gab an diesem Abend A-Klasse Kämpfe und B-Klasse Kämpfe und Mehdi hatte den zweitletzten Kampf des Abends, was auf ein hohes Niveau der A-Klasse deutet.


Es waren so gut wie alle Gurtfarben vertreten, aber wie wir wissen: der Gurt zeigt schon ein gewisses Niveau an, aber nicht unbedingt die Turnierfähigkeit eines Trainierenden. Somit kann ein Schwarzgurt auf einem Turnier auch mal schlechter abschneiden als ein Orangegurt. So wie an dem Abend auch ein Gelbgurt (5.Kyu) gegen einen Schwarzgurtträger (3.Dan) gewonnen hat. Der Gewinner dieses Kampfes war übrigens ein Schüler von Semmy Schilt.

Der Kampf

Die Kämpfe gingen 3 Minuten, mit einer Minute Pause dazwischen und insgesamt über zwei Runden. 

Mehdi hatte es mal wieder mit einer Erkältung zu tun, die ihn am Mittwoch vor dem Turnier belastete und trotz aller Regenerationsmaßnahmen war diese am Wettkampftag (Samstag) am stärksten. Aber nun war er schon da und dann wollte er auch kämpfen


Covid-19-Test negativ, immerhin kein Fieber, also kann es losgehen. Nach der ersten Minute war bei ihm schon die Luft raus, somit war die Explosivität schon raus. Er hat alles versucht, einige gute Treffer gelandet mit dem Scherenkick und dem gesprungenen Drehkick, aber der Gegner konnte dies gut wegstecken und blocken.
Somit ging die erste Runde mit einem großen Applaus zu Ende und die Kämpfer durften sich kurz hinsetzen und einen Schluck trinken bevor die zweite Runde losgeht.


In Runde zwei haben beide wieder gut losgelegt und Mehdi hat alles gegeben. Der Gegner hat in dieser Runde mehr geschoben als geschlagen, was den Schiedsrichtern das falsche Bild der Überlegenheit gab. Nichtsdestotrotz hat Mehdi sehr gut gegen gehalten. Immer wieder die besten Kicks ausgepackt, was aber leider nicht schnell genug durchkam, weil seine Ausdauer immer noch wegen der Erkältung am Ende war. Mehdis Gegner hat ihm noch zwei mal auf die Lippe geschlagen, was einen Cut verursachte und er tropfend geblutet hatte, aber das hat ihn nicht aufgehalten, weiter alles zu geben. Trotz leichter Überlegenheit und Technik und Schaden haben sich die Schiedsrichter am Ende für den Holländer entschieden.


Gewinnen konnten die Kämpfer einen großen Pokal und 150€ und einer am ganzen Abend einen Extrapreis, was noch einen Pokal und weitere 150€ bedeutete, für die beste Technik. Dies hat unser Freund Eltaj mehr als verdient gewonnen.



Was lernen wir daraus?

Auf den Turnieren geht es natürlich ums Gewinnen, aber um zu gewinnen, muss man erstmal Erfahrungen in Kämpfen sammeln. Das Adrenalin ist nicht zu unterschätzen und die daraus resultierende Nervosität lässt einen Kämpfer nicht natürlich kämpfen. Er ist angespannter und hat einen Tunnelblick. Und diese Symptomatik verbessert sich jedes Turnier immer ein wenig.


Kein Weltmeister hat jedes Turnier gewonnen. Ganz oft haben sie verloren. Das ist einfach der Lauf eines Kämpfers und macht dich stark, wenn du diesen Weg einschlagen solltest. Die Niederlage zu akzeptieren und daraus mehr Motivation zu schöpfen, um im nächsten Turnier noch besser zu sein, das macht ein Kämpfermindset aus.